30.11.2009 - (dpa)
Die Technik beruht auf einem Plasma, einem elektrisch leitenden Gas. «Diese
Geräte bringen große Hoffnungen für die Zukunft», sagte Professor Gregor Morfill,
Direktor am MPE, am Donnerstag in München. So könnten sich Ärzte durch den
Einsatz der Plasmageräte die zeitraubende Desinfektions-Prozedur des
Händeschrubbens sparen. Auch Fußpilzinfektionen könnten sogar durch Socken
hindurch innerhalb weniger Sekunden behandelt werden.
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Ein Plasma besteht aus geladenen Teilchen wie Ionen oder Elektronen. Durch das
von den Forschern entwickelte Plasma-Gerät kommt es zu Entladungen in der Luft.
Durch die entstehenden Mikroblitze werden etwa der molekulare Stickstoff und
Sauerstoff in der Luft gespalten und es laufen über 200 chemischen Reaktionen
ab. Unter anderem entsteht so das für Bakterien tödliche Wasserstoffperoxid.
«Auch medikamentenresistente Bakterien werden so gezielt getötet», meint Morfill.
Auch die Desinfizierung chronischer, nicht-heilender Wunden ist mit den Geräten
möglich, weil das Plasma für Bakterien tödlich, für menschliche Zellen aber
harmlos ist. «Statt Jod auf Wunden zu träufeln, könnte man Kratzer in Zukunft
auch mit dem zahnbürstenkleinen Gerät desinfizieren - das tut nicht weh», wies
Morfill auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Geräts hin.

11.12.2009 Aus Wasser (H2O) gewonnener Wasserstoff (H2) gilt als umweltverträglicher Energieträger der Zukunft. Dabei hängt dessen künftiger Einsatz im Energiemix der Zukunft auch von der Entwicklung nachhaltiger Produktionsverfahren ab. Bestimmte einzellige Grünalgen und Cyanobakterien haben die Fähigkeit, aus Wasser mit Sonnenlicht Wasserstoff zu produzieren. KIT-Wissenschaftler arbeiten derzeit gemeinsam mit acht Partnern an der Entwicklung hocheffizienter Verfahren für die Gewinnung von Wasserstoff aus Mikroalgen.
Die Koordination des Projektes "Wasserstoff aus Mikroalgen: mit Zell- und
Reaktordesign zur wirtschaftlichen Produktion" ("Hydro- MicPro"),
bei dem Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen im Verbund
forschen, liegt bei Professor Clemens Posten vom Institut für Bio- und
Lebensmitteltechnik des KIT
"In HydroMicPro geht es darum, einen preisgünstigen,
hocheffizienten Produktionsprozess mit optimierter Biologie und
Verfahrenstechnik zu entwickeln, um die Voraussetzung für eine massentaugliche
Wasserstoffproduktion zu schaffen", betont Posten.
Ziel ist es, mit den Investitionskosten für die Kultivierung von Algen auf etwa
25 Euro pro Quadratmeter Bodenfläche zu kommen
Weiterhin wird die übliche Begasung der Algen mit dem wachstumsförderenden
Kohlendioxid (CO2)
über Membranen erfolgen, um den Einsatz von Hilfsenergie zu
minimieren.

Die Reaktorentwicklung erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt
ist das Ziel eine hohe Biomasseproduktion, wie sie auch für andere Wertstoffe
aus Algen in Zukunft gebraucht wird. Im zweiten Schritt geht es darum, das
System für die Wasserstoffproduktion zu optimieren.
Im Ergebnis soll ein Reaktorprototyp vorliegen, der eine wirtschaftliche
Wasserstoffproduktion aus Mikroalgen erlaubt. Für die Umsetzung in großflächigen
Anlagen sind die nächsten Meilensteine schon anvisiert: Hier wird es um die
Automatisierung der Anlage, die Lebensdauer oder auch die Massenfertigung von
Materialien (Mikrostrukturierung von Membranen und Beschichtung von
transparenten Materialien) gehen.
"Grüne Kohle" - eine Chance für den Klimaschutz
18.01.2010 -
"Grüne Kohle" Gco(c)
ist
der Schlüssel für die Lösungen der großen Energie- und Umweltsorgen unserer
Zeit: Der neue "Zukunftsrohstoff" bietet Antworten auf die Energieprobleme des
21. Jahrhunderts und Hoffnung für den Klimaschutz. Ein bayerisches Unternehmen
wird im Süden Deutschlands im Jahr 2010 eine erste Produktionsanlage für die
"Zauberkohle aus dem Dampfkochtopf" in Betrieb nehmen. Auch für Großbritannien
bietet die "Schnelle Kohle" als neuer heimischer Energieträger des 21.
Jahrhunderts riesige Chancen. Die G+R Technology Group baut jetzt die erste
industrielle Produktionsanlage für Biokohle.
Fossile Energiequellen wie Gas, Öl und Kohle sind endlich, teuer, machen uns
abhängig und belasten die Umwelt. Erneuerbare Energien erleben deshalb auch in
Großbritannien einen Boom. Die grüne Pflanzenkohle könnte dabei eine echte
Alternative zu Solarzellen, Windkrafträdern und Co. werden. Das Verfahren zur
Herstellung grüner Kohle wurde erstmals 1913 von dem deutschen Chemiker und
Nobelpreisträger Friedrich Berguis beschrieben. Vor kurzem wurde es vom
Max-Planck-Institut wiederentdeckt. Inzwischen wird es als neuer und
alternativer Hoffnungsträger für das Klima gehandelt. Das Herstellungsverfahren
- mit dem Fachbegriff
Hydrothermale Karbonisierung (HTC)
- als solches ist
simpel und erinnert ans Kochen: Pflanzliche Biomasse aller Art wird in eine Art
Dampfkochtopf gesteckt, Wasser und ein Katalysator hinzugefügt und das Gemisch
erhitzt. Nach wenigen Stunden entsteht im Wasser die Grüne Kohle Gco(c).
Ein weiterer Vorteil der Methode gegenüber anderen synthetischen
Kohleherstellungsverfahren: Alle Pflanzenreste und Bioabfälle können verarbeitet
werden, sogar tierische Abfälle und Klärschlamm. Zudem benötigt der
Herstellungsprozess vergleichsweise wenig Energie und, was noch wichtiger ist:
Im Gegensatz zu anderen Herstellungsverfahren wie Biogas spielt das
umweltschädliche Treibhausgas Kohlenstoffdioxid beim "Kochen von grüner Kohle"
als Reaktionsprodukt so gut wie keine Rolle.
Die Einsatzmöglichkeiten dieses neuen Verfahrens sind vielfältig. Der Heizwert
in biogenen Reststoffen einschließlich Speiseresten oder Hausmüll war bisher
kaum nutzbar. Zu einem großen Teil werden sie noch deponiert und verschwendet.
Unter der Hydrothermalen Karbonisierung (HTC) versteht man einen sogenannten
Biomasse-Umwandlungsprozess mit hoher Kohlenstoffausbeute. "Aus der grünen Kohle
Gco(c) lässt sich langfristig auch grüner, umweltfreundlicher Strom gewinnen",
sagen Robert Stöcklinger, Geschäftsführer der G+R Technology Group aus
Regenstauf in Bayern/Deutschland, und Dr. Dominik Peus, Geschäftsführer der
Antaco GmbH.Gerade gegenüber der
Kompostierung hat das Verfahren der Hydrothermalen Karbonisierung enorme
Vorteile: Zum einen entsteht dadurch eben Grüne Kohle Gco(c), die man zur
Energiegewinnung verbrennen kann. Zum anderen wird bei der Kompostierung durch
Mikroben sehr viel Kohlenstoff des Ausgangsmaterials (mehr als 90%) in
Kohlendioxid und Methan umgewandelt. Bei Biogas handelt es sich hingegen um 40
bis 50%. Bei der HTC entsteht nur sehr wenig CO2 - die Ausbeute ist im Vergleich
zur Vergärung daher um 80% höher - ein echter Gewinn für das Klima. Die
Zukunftsvision der Grünen Kohle Gco(c) könnte die Welt verändern - und einen
wesentlichen Beitrag zur Lösung des CO2-Problems leisten. Bemerkenswert ist vor
allem die Wirtschaftlichkeit gegenüber alternativen Verfahren. Eine erste
Produktionsanlage für die Grüne Kohle Gco(c) wird von G+R 2010 in Bayern in
Deutschland in Betrieb genommen werden. "Auch in Grossbritannien werden in Kürze
solche Anlagen entstehen, die schon 2011/2012 in Betrieb genommen werden
können", sagt Stöcklinger.
Den "grünen Technologien" gehört die Zukunft. In Zeiten immer knapper werdender
natürlicher Ressourcen steigt der Stellenwert neuer innovativer Technologien.
Keiner anderen Branche prophezeien Wirtschaftsexperten derzeit so große
Wachstumsraten wie den Umwelt- und Nachhaltigkeitstechnologien. Das
Weltmarktvolumen für umweltfreundliche Technologien wird sich nach aktuellen
Zahlen bis zum Jahr 2020 mehr als verdoppeln.
Auf der Messe "Energy from Biomass and Waste UK" (EBW UK) in London wird die G+R
Technology Group ihre Pläne und Verfahren zum Thema "Grüne Kohle" Gco(c)
erstmals der Öffentlichkeitvorstellen
Wind- und Sonnenstrom haben ein großes Manko: Man kann sie
(bisher) nicht
speichern. Deutsche und österreichische Forscher haben jetzt eine
"überraschende"
Lösung gefunden.
Mix aus grünen Energien
Um ihre Antwort zu unterstreichen, hat das Trio auf dem
Gelände des ZSW in Stuttgart eine Demonstrationsanlage gebaut. Die ist seit
November 2009 in Betrieb und besteht aus zwei Containern, die vollgestopft mit
Computern, Röhren, Gas-Tanks und Reaktoren sind. „Wir arbeiten mit zwei
Verfahren, die in der Theorie seit Langem bekannt sind“, sagt ZSW-Fachmann
Ulrich Zuberbühler. „Für eine Kombination gab es in der industriellen Welt
bisher allerdings noch keine Notwendigkeit.“
Die ist nun da. Aktuell kommen die regenerativen Energieträger zusammen auf
einen Anteil von 16 Prozent im Erzeugungsmix. Bis 2020 sollen Wind, Wasser,
Biomasse und Sonne nach dem Willen der Bundesregierung aber bis zu 30 Prozent
bringen. Zur Mitte des Jahrhunderts könnte dann die Hälfte oder sogar mehr des
zwischen Kiel und Konstanz verbrauchten Stroms aus grünen Energien stammen.
Das Speicherproblem
„Energiespeicherung ist der Schlüssel für den weiteren
Ausbau erneuerbarer Energien“, unterstreicht EON-Boss Wulf Bernotat. „Um
Erneuerbare besser als bisher nutzen zu können, müssen wir das Problem angehen,
dass sie derzeit noch nicht grundlastfähig sind.“
Bernotat beschreibt ein großes Manko der grünen Energieträger: Lediglich
Biomasse – in Form von Mais, Holzpellets oder Gülle – lässt sich lagern und bei
Bedarf jederzeit einsetzen. Für Wind und Sonne gilt das bisher nicht. Es bedarf
also gewaltiger Speicher, die den Öko-Strom dann aufnehmen, wenn er in Massen
produziert wird. Und ihn wieder abgeben, wenn er in eben solchen Masse benötigt
wird. ZSW, IWES und Solar Fuel wollen den Öko-Strom deshalb im Erdgasnetz
„parken“.
Dazu bedienen sich die Forscher zunächst der Wasser-Elektrolyse(1): Der Strom,
den Rotorblätter und Solarzellen produziert haben, spaltet
Wasser in Sauerstoff
und Wasserstoff auf.
Darauf folgt die Methanisierung(2):
Der
Wasserstoff reagiert mit Kohlendioxid, das
– ähnlich wie bei der aus der Schule bekannten Fotosynthese – aus der Luft
entnommen wird, zu Methan und Wasser. Einziges Abgas des ganzen Prozesses ist
der Sauerstoff aus dem ersten Schritt.
Das Wasser wird abgetrennt, übrig bleibt Methan, was nichts anderes ist als konventionelles Erdgas. Besonders praktisch: Die Öko-Variante des fossilen Klassikers kann in das reguläre Gasnetz fließen und dann von da aus entweder Wohnungen beheizen(3), erneut Strom erzeugen(3), oder ein Erdgasauto betanken(3).

11.05.2010 - Der ansteigende Energiebedarf bei abnehmenden Öl- und Erdgasreserven, verbunden mit einer zunehmenden Freisetzung des Klimagases CO2 ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Biokraftstoffe könnten Teil einer Antwort auf diese Herausforderung sein. Jean-Paul Lange und seine Mitarbeiter in Amsterdam, Hamburg und Cheshire (Großbritannien) haben nun eine vielversprechende neue Generation Biokraftstoffe auf Holzbasis entwickelt. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, könnten heutige Fahrzeuge ohne Modifikationen damit fahren und das derzeitige Tankstellennetz nutzen.