04.2011:
(dpa)
(Alkohol
hat gegenüber einem reinen Ottokraftstoff rund ein Drittel weniger
Energiegehalt).
Immer mehr Gebäude werden isoliert und abgedichtet, um Energie zu sparen.
Dadurch steigt jedoch die Schadstoffbelastung in den Innenräumen an, vor allem
mit flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Diese sind gesundheitsschädlich
und werden für das so genannte
Sick Building Syndrom verantwortlich gemacht.
Abhilfe können hier nur bessere Lüftungssysteme schaffen. Saarbrücker Messtechniker koordinieren dafür jetzt ein europaweites Forschungsprojekt, in
dem preiswerte Sensorsysteme für Luftschadstoffe entwickelt werden. Mit ihrer
Hilfe sollen Gebäude ausgewogen klimatisiert und durchlüftet werden, ohne dass
dabei unnötig Energie verbraucht wird.
Das auf drei Jahre bewilligte Forschungsprojekt wird vom
Bundesforschungsministerium (BMBF) mit 1,1 Millionen Euro gefördert. Rund
300.000 Euro erhält das Team von Andreas Schütze, Professor für Messtechnik der
Universität des Saarlandes. Weitere Partner sind die 3S GmbH, eine Ausgründung
der Saar-Uni, die UST Umweltsensortechnik GmbH, sowie mehrere
Klimatechnik-Firmen und Forschungsinstitute in Deutschland, Frankreich und
Portugal. „Unser Ziel ist es, flüchtige organische Schadstoffe in der Innenluft
wie zum Beispiel Formaldehyd oder Xylol mit Gassensoren zu messen. Übersteigen
diese dann bestimmte Grenzwerte, führt die Klimaanlage automatisch Frischluft
zu“, erläutert Professor Schütze. Eine ausgeklügelte Gebäudetechnik soll die
Sensorsysteme so steuern, dass sowohl in der Heizperiode als auch bei der
Klimatisierung im Sommer möglichst wenig Energie verbraucht wird, aber dennoch
die Räume immer gut durchlüftet werden.
„Flüchtige organische Verbindungen dünsten zum Beispiel aus Teppichböden,
Wandfarben oder Möbeln aus. Sie können in Büro- und Wohnräume kaum vermieden
werden. Durch die regelmäßige Lüftung von Innenräumen sollte jedoch eine
Gesundheitsbelastung ausgeschlossen werden“, meint Andreas Schütze. Im Projekt
sollen daher neuartige Halbleiter-Gassensoren, die auf Mikro- und Nanoebene
strukturiert werden und auf Metalloxiden basieren, weiter entwickelt werden.
„Diese Sensoren reagieren sehr empfindlich auf Luftschadstoffe wie Formaldehyd,
Benzol oder Xylol und können diese schon bei einer Konzentration von deutlich
unter einem Millionstel aufspüren. Idealerweise sollten die Sensorsysteme in
jedem Raum installiert werden. Dann kann das gesamte Gebäude je nach Belegung
der einzelnen Räume, also zum Beispiel spezifisch für Schlaf- oder Büroräume,
bedarfsgerecht gelüftet werden“, sagt der Saarbrücker Forscher.